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 Betreff des Beitrags: Flugverspätungen und sog. "Fluggastrechte Verordnung"
Ungelesener BeitragVerfasst: 19. Aug 2010, 14:41 
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Man liest wie mir scheint zur Zeit aktuell häufiger von Flugverspätungen. Mag sicher auch an der Hauptreisezeit liegen. Da wir ja jetzt auch einmal betroffen waren, zum Glück das erste Mal dafür aber gleich bei Hin- wie Rückflug (zusammen immerhin über 6,5h) habe ich mich jetzt doch mal näher mit der Sache beschäftigt.

Auch für mich etwas überraschendes Resulat: Ab einer Flugverspätung (Ankunftszeit) von 3h, welche im Verantwortungsbereich der Airline liegt, steht dem Passagier eine Ausgleichszahlung zu. Zwischen 1.500km und 3.500km, ist die Entfernung der meisten Airports im deutschsprachigen Raum nach Fuerte, sind dies 400€.

Es gibt noch ein paar Fallstricke, "wenn" und "abers", aber im Grunde ist die Rechtslage erstaunlich klar. Ich werde also mal immer hier was ergänzen, auch bei neuen Erkenntnissen meinerseits.

Zu Beginn mal 2 Links.

Hier im schönen Überblick die gültige Rechtslage:
http://www.vzsa.de/mediabig/122151A.pdf

und hier zur "Fakten Evaluierung" schon mal die Möglichkeit (nach Anmeldung) zunächst die exakten Abflug- und Ankunftszeiten von Flügen zu dokumentieren:
http://www.flightstats.com

Jetzt habe ich mir schon überlegt, ob ich den Weg wirklich gehen soll (wir hatten beim Rückflug rund 4h Ankunftsverspätung), zumal ich nicht davon ausgehe, dass uns aufgrund eines Briefes einfach so was erstattet wird. Andererseits: Warum sollte ich Condor was schenken, man wird schließlich ständig mit neuem Kleindruckten gegängelt. Aber auch das: Die Summen der Erstattungen fließen sicherlich in die Kalkkulation von Flugpreisen ein. Abschließend die Erkenntnis: Wir sind schließlich erst morgens um halb 7 ins Bett gekommen und wurden mit einem 10€ Gutschein abgefüttert, den wir in fast ausgeräumten und dann auch noch geschlossenen Shops am Flughafen einlösen konnten (oder auch nicht): Das war auch nicht besonders toll.

Bahama


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 Betreff des Beitrags: Re: Flugverspätungen und sog. "Fluggastrechte Verordnung"
Ungelesener BeitragVerfasst: 20. Aug 2010, 12:04 
Fuerte-Scout im WWW

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Ich würde an Deiner Stelle da schon etwas unternehmen.
Wobei man da auch sicherlich der Interpretationsvielfalt von Definitionen ausgesetzt ist. Was sind z.B. "nicht beherrschbare außergewöhnliche Umstände"?
Oder "Keine Zahlungspflicht besteht lt. EuGH bei außergewöhnlichen Umständen, zu denen aber technische Defekte im Normalfall nicht zählen. Nur wenn eine Panne auf Umstände zurückgehe, die außerhalb des üblichen Flugbetriebes liegen, können sich Fluglinien darauf berufen."

Ich wünsche Dir viel Erfolg ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Flugverspätungen und sog. "Fluggastrechte Verordnung"
Ungelesener BeitragVerfasst: 21. Aug 2010, 19:56 
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Ich habe jetzt auch was unternommen und mich an Condor gewandt. Der Eingang der Mail mit allen Unterlagen wurde bestätigt wie auch die Weiterleitung an die "zuständige Abteilung". Ich gehe von einer nicht sehr schnellen Bearbeitung aus und dass uns schließlich ein mickriger Gutschein angeboten wird. Lassen wir uns mal überraschen ;)

Bahama


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 Betreff des Beitrags: Re: Flugverspätungen und sog. "Fluggastrechte Verordnung"
Ungelesener BeitragVerfasst: 23. Aug 2010, 18:43 
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Hallo Bahama,

das kann dauern. Mein Bruder + Frau sind Anfang Mai nach FUE geflogen. Mit airberlin. Flug wegen
Maschinenwechsel überbucht. Auch Nur-Flug-Buchung. Also praktisch Stornierung des Fluges.
Dann von Düsseldorf nach Stuttgart mit airberlin und von da nach FUE mit Condor.

Ausser der Eingangsbestätigung bisher kein Ergebnis oder irgendeine Antwort.
Noch nicht mal der Versuch einer Absage ...

Das wird momentan bei allen (?) Airlines einfach versucht auszusitzen.

Gruß emdebo

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 Betreff des Beitrags: Re: Flugverspätungen und sog. "Fluggastrechte Verordnung"
Ungelesener BeitragVerfasst: 24. Aug 2010, 14:22 
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Die Urteile sind nun mal so gefällt und nachdem ich zwischenzeitlich Einiges "durchgeackert habe", bleibt die Erkenntnis, dass es außer bei "außergewöhnlichen Umständen" bei Überschreiten der entfernungsabhängigen Stundenzeiten Geld gibt ...ohne wenn und aber. Unabhängig vom gezahlten Flugpreis die Pauschalen...ist nun mal so.

Das Problem ist eindeutig die Durchsetzbarkeit aus Passagiersicht. Bei Verschleppung oder Ablehnung kann man eine Beschwerde beim LBA machen. Das soll in manchen Fällen schon geholfen haben, aber nicht grundsätzlich. Das LBA ist allerdings kein Ersatz für eine mögliche Zivilklage.

Stornierung oder Verspätung wegen Überbuchung sind so wie ich das sehe übrigens 2 paar Schuhe. Bei Überbuchung mit daraus folgendem Ersatzflug hat die Beförderung ja letztlich stattgefunden nur eben mit entsprechender Verspätung bei Abflug und Ankunft. Wir haben übrigens von Condor nicht nur eine Bescheinigung über die Verpätung erhalten sondern mit dieser auch ein Faltblatt mit einem Auszug aus der Fluggastrechteverordnung.

Wenn ich innerhalb von 14 Tagen keine Reaktion habe, werde ich eine "Statusmeldung" anfordern, nach weiteren 14 Tagen gibts dann eine Frist von neuerlichen 14 Tagen mit der Androhung einer Beschwerde beim LBA. Ich habe zwar schon so im Kopf wie es dann weiter gehen könnte, allerdings bin ich (mit) mir noch nicht im Klaren, ob ich wirklich den "point of no return" überschreiten soll/will.

Bahama


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 Betreff des Beitrags: Re: Flugverspätungen und sog. "Fluggastrechte Verordnung"
Ungelesener BeitragVerfasst: 24. Aug 2010, 18:23 
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Gerade wegen Überbuchungen hat die EU seinerzeit die Regelungen erlassen. Da habe ich absolut keine Bedenken, was die Durchsetzbarkeit betrifft. Und bei Ankunft innerhalb 3 Stunden nach der offiziellen Ankunft des stornierten Fluges braucht die Airline auch "nur" die Hälfte an Ausgleichszahlungen zu erstatten.

Auch bei Verspätungen findet der Flug letztlich statt. ;)

Aber wogegen die Airlines momentan massiv angehen und worin aus meiner Sicht auch die Verweigerungshaltung zu suchen ist, ist die im letzten Jahr nach der Entscheidung des EuGH eingeführte und nicht in der aktuellen EU-Regelung 261/2004 enthaltene Verspätungsregelung. Die wurde durch den EuGH praktisch ohne Gesetzesgrundlage als Auslegung dazugenommen.

Und genau da setzen die Airlines momentan an. British Airways und Easyjet haben, unterstützt durch die IATA und die TUI, einen ersten Teilerfolg in Grossbritannien erzielt. Der dortige oberste Gerichtshof hat entschieden, dass momentan keine Urteile auf allen Gerichtsebenen dort in dieser Richtung gefällt und somit Ausgleichszahlungen speziell für verspätete Flüge gezahlt werden. Man rechnet durch die Eingabe beim EuGH erst mit einer weiteren Entscheidung, die die bisherige Regelung bestätigt oder kippt oder evtl. mit Einschränkungen versieht, nicht vor 2012. Da werden die deutschen Airlines nicht lange auf sich warten lassen und versuchen, eine aufschiebende Wirkung wegen der aus ihrer Sicht unklaren Gesetzessituation zu erreichen.

Von daher wünsche ich Dir zwar viel Erfolg, aber die Hürden sind oder werden gerade aufgebaut.

Gruß emdebo

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 Betreff des Beitrags: Re: Flugverspätungen und sog. "Fluggastrechte Verordnung"
Ungelesener BeitragVerfasst: 24. Aug 2010, 19:34 
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Die Begriffe "Stornierung" und "Verspätung" haben schon einmal juristisch eine Rolle gespielt, daher habe ich das erwähnt.

In Deutschland hat der BGH im Februar übrigens nach den EuGH Entscheidungen bezüglich der Verspätungsregelung nachgezogen.

http://lexetius.com/2010,433

Hiernach kann sich die Airline wirklich nur noch auf "außergewöhnliche Umstände" berufen. Hierzu habe ich unseren konkreten Fall betreffend inzwischen schon mal vorsorglich ein paar Infos gesammelt :-)

Ich sagte ja schon, dass ich noch unschlüssig bin, wie weit ich in dem Fall gehen will. Ich werde mal die Reaktionen abwarten und dann sehen.

Bahama


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 Betreff des Beitrags: Re: Flugverspätungen und sog. "Fluggastrechte Verordnung"
Ungelesener BeitragVerfasst: 28. Aug 2010, 12:17 
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Kurzer Zwischenstand: airberlin hat jetzt einen Fluggutschein über 300 Euro (rein rechtlich wären es 400 Euro und bar gewesen) nach nur dem 1 Brief, gültig bis Ende 2011, angeboten. Das wurde so akzeptiert nach dem Motto: Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

Gruß emdebo

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 Betreff des Beitrags: Re: Flugverspätungen und sog. "Fluggastrechte Verordnung"
Ungelesener BeitragVerfasst: 29. Aug 2010, 22:31 
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Bei uns gibt es auch ein Update: Wir haben nun eine interne Vorgangsnummer und die Aufforderung weitere Unterlagen einzureichen.
Immerhin eine doch zeitnahe Reaktion und keine pauschale Ablehnung, welche mich sicherlich direkt auf den "Rechtsweg" geführt hätte.
Wenn man einen "außergwöhnlichen Umstand" vorliegen hätte, hätte man das ja hier locker beenden können, so will ich das mal deuten...

Vielleicht gehe ich mal irgendwann in die Details des Schriftverkehrs, zur Zeit mit Hinweis auf ein "schwebendes Verfahren" lasse ich es dabei ;)


Bahama


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 Betreff des Beitrags: Re: Flugverspätungen und sog. "Fluggastrechte Verordnung"
Ungelesener BeitragVerfasst: 30. Aug 2010, 06:57 

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Beiträge: 25
Geschlecht: nicht angegeben
Wir waren in diesem Jahr zweifach betroffen. Im April sind wir, bedingt durch die Aschewolke, 4 Tage unfreiwillig in Nordamerika "hängen geblieben", Lufthansa tut das Therma als höhere Gewalt ab.

Im letzten Monat bekam unsere LH Maschine während des Fluges ein technisches Problem, so daß aus einem 10-stündigen Flug 18 Stunden wurden (mit Zwischenstopp und technischer Prüfung) und wir mit 7-stündiger Verspätung unseren Zielort erreichten, unser Anschlußflug natürlich weg war. LH hat die Übernachtung bezahlt und auch einen Verpflegungsgutschein zur Verfügung gestellt, aber ansonsten warten wir seit mehreren Wochen auf eine Reaktion auf unsere Forderung nach Schadenersatz.

Mal schauen was daraus wird.

Gruß
Bodysurfer


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